Das Fredeburger Schieferrevier

Das Fredeburger Revier, dem unsere heimischen Produkte entstammen, lässt sich unterteilen in den engeren Bereich um Bad Fredeburg, das Gebiet von Silbach und Siedlinghausen und das bereits in Hessen liegende Segment vor Willingen.

Die ältesten Schiefergruben im Fredeburger Revier lagen im Gebiet von Siedlinghausen und Silbach, wo ein Abbau bereits für das 16. Jahrhundert nachweisbar ist. Im Vergleich dazu begann der Schieferbergbau im übrigen Fredeburger Revier erst verhältnismäßig spät. Im Jahre 1851 wurde beim Ausschachten des Kühlkellers für eine Brauerei in Fredeburg zufällig ein bauwürdiges Schieferlager entdeckt. Aus diesem Fund entwickelt sich die Schiefergrube "Bierkeller", die 1853 den Betrieb aufnahm. Die Dachschieferlager sind hier an den oberen Teil der Fredeburger Schichten (Eifel-Stufe des Mitteldevons) gebunden. Diese gliedern sich in die Wilzenbergschichten: ­ quarzitische Sandsteine mit bauwürdigen Tonschieferzwischenlagen, gebänderte, nicht bauwürdige Tonschiefer mit sandigen und kalkigen Einschaltungen.

Da die Entdeckung der Fredeburger Lagerstätte in die Zeit des Schieferbooms im Sauerland fiel, wurden in kurzer Zeit in der Nachbarschaft zahlreiche weitere Schiefergruben gegründet. Unmittelbar benachbart zur Grube "Bierkeller" waren dies die Gruben "Magog" (1859) und "Gomer"(1880), bei Heiminghausen die Grube "Felicitas" (1863), in Nordenau die Gruben "Brandholz I" und "Brandholz II" (1866) und etliche andere Gruben im obersten Lennetal in der Umgebung des Kahlen Asten.

Dort konnten sich die Schieferbergwerke "Schellhorn" am Waldemei, "Sperlingslust" bei Lengenbeck und "Helleberg" bei Nesselbach bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg halten. Die meisten Gruben in diesem Revier waren Tiefbaubetriebe. Tagebaue wurden aber z. B. im Bereich von Siedlinghausen zeitweilig betrieben.

Am nördlichen Ortsausgang von Willingen war von 1871 bis 1971 die Dachschiefergrube "Christine" in Betrieb. Auf drei Sohlen wurden im "schwebenden Kammerbau" vier Dachschieferlagen von 2 bis 20 m Mächtigkeit abgebaut, die den Asten-Schichten des Mitteldevons angehören. Das untertägige Grubengebäude erstreckte sich über mehrere hundert Meter im Streichen der Schichten. Nach der Stilllegung des Betriebes wurde in einem Teil der Grube ein Schaubergwerk eingerichtet.

Im Jahre 1970 wurde die Grube Bierkeller mit den bereits zusammengeschlossen Schiefergruben Gomer und Magog vereint. Aus diesem Verbundbergwerk entstammt heute im 21. Jahrhundert u.a. der Fredeburger Schiefer® . 1990 schließlich wurde zudem die Grube Felicitas aus dem Unternehmen Hesse & Schneider in die Schiefergruben MAGOG GmbH & Co. KG integriert.

Von den Gruben des Fredeburger Reviers sind heute noch das Verbundbergwerk "Gomer" und die Grube "Felicitas" in Betrieb.

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Schiefergruben
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